Porträt: Jessyca

Auch Jessyca ist mit den ersten Dexterkühen hier eingezogen. Am 25. Januar 2003 ist sie geboren,  ist also nur ein Monat jünger als Glöggli und hat gleich wie Glöggli ihr 12. Kalb bei Fuss. Jessyca war von Anfang an weniger wild als Glöggli und ist eine richtig brave Kuh geworden, man sieht auch auf dem Foto, dass sie eine grosse Ruhe ausstrahlt.

Jessyca ist etwas verfressen, ein wenig fett, und ist schon wegen Milchfieber festgelegen. Sie war die erste Kuh, bei der das auf unserem Hof passierte. Hat etwas damit zu tun, dass wir säugende Kühe, die viel Milch geben müssen und Kühe, die galt sind, also grad keine Milch geben bis zur Geburt des nächsten Kalbes, zusammen auf der Weide haben. Das hat den Vorteil, dass die Herde “stabiler” bleibt und Rangkämpfe nicht immer wieder neu ausgetragen werden müssen und eben den Nachteil, dass die Galtviehfütterung nicht ganz ideal ist – besonders für Schleckmäuler wie Jessyca. Also Jessyca konnte sich nicht mehr auf den Beinen halten und ist auf der Weide gefallen und runtergepurzelt bis auf die Strasse. Durch den Zaun wurde sie gebremst und die Nachbarn haben sie am Strassenrand entdeckt. Die Nachbarn haben unsere ganze Weide im Blick während wir nur die obersten paar Meter sehen. Jessyca bekam eine Calcium Infusion und sollte dann wieder aufstehen, aber alles bitten und etwas kräftigeres bitten half nichts. Da holte Peter Jessycas Kälbchen, lud es in den Viehwagen und fuhr damit zu Jessyca. Jetzt nahm die Kuh alle Kraft zusammen und wackelte in den Viehwagen. Sie erholte sich prächtig! Das nächste Mal war die Kuh klüger, wir auch! Wir beobachteten sie gut und gingen nach der nächsten Geburt (dann entwickelt sich das Milchfieber) öfters nach ihr schauen. Der Schreck war gross, als wir sie bei der Kontrolle nicht bei der Herde fanden. Wir suchten am Waldrand, überall auf der Weide, keine Jessyca. Jessyca war zuhause. Sie lag an der Stallwand, auf einem ebenen Plätzchen und wartete auf uns – oder besser, auf den Tierarzt. Nun wurden wir noch klüger und beim nächsten Mal sperrten wir sie mit ihrem frischgeborenen Kälbchen im Laufhof ein, obwohl das für sie sehr unangenehm war, weil sie ja unbedingt bei der Herde sein wollte. Aber wir wollten ja nicht, dass sie sich verletzt oder in der prallen Sonne liegen bleibt.

Wir freuten uns sehr, als sie nächstes Jahr komplikationslos durch diese schwierige Phase nach der Geburt ging und hoffen, dass das so bleibt.

Jessyca liebt es, am Bauchnabel gekrault zu werden und natürlich am Füdlli, da juckt es immer! Sie hat auch tolle, zutrauliche Kälber, weil sie es von Anfang an zulässt, dass man zu den Kälbern hin geht – also das heisst, wir zu den Kälbern hin gehen, nicht irgendwer! Wir haben auch drei Kühe von Jessyca in der Zucht, weil ihre Leistung sehr konstant ist und der Charakter stimmt.

Jessyca JamilafürWeb

 

 

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